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Eine thematische Gruppenausstellung in der Xponart Galerie in Hamburg

Verehrung. Überhöhung oder begründete Würdigung? Wenn zwei Herzen zueinander gehören, perfekt zu passen scheinen entsteht eine unwiderstehliche Anziehung. Aber eine Bindung unterliegt auch Spannungen. Von außen und von Innen, beides ist nicht fix sondern Veränderungen unterworfen, muß erkämpft werden, manchmal auch gegen sich selbst. Diese Spannungen können auch reizvoll sein, vielleicht weil sie unangenehm sind, vielleicht weil sie eine Herausforderung sein können. Aber sie bringen auch Leid, Schmerz, können uns tief verletzen. Wir tun es trotzdem. Und wenn es gelingt? Dann kann erreicht werden was wir alle suchen. Müßen wir diese Spannungen, Hürden also nicht als Gelegenheiten erkennen daran zu wachsen?

Werkbeschreibung im Kontext von Spannung und Beziehung

Die zweiteilige Arbeit aus Holz, Lack und elastischen Gummibändern übersetzt die im Ausstellungskontext verhandelte Thematik von Spannung und Beziehung in eine präzise räumlich-materielle Konstellation. Unter sichtbarer physischer Spannung an der Wand befestigt, verweisen die straff gespannten Bänder auf jene Kräfte, die auch zwischenmenschliche Bindungen strukturieren: Anziehung, Widerstand und permanente Aushandlung.

Die elastischen Bänder verlassen die Begrenzung des Objekts und expandieren in den Raum. Diese Ausdehnung kann als formale Entsprechung relationaler Dynamiken gelesen werden, die nie vollständig abgeschlossen sind, sondern sich über ihre ursprünglichen Grenzen hinaus entwickeln. Die entstehenden linearen und flächigen Strukturen erzeugen ein Spannungsfeld, das sowohl stabil als auch potenziell veränderbar erscheint.

Besonders relevant ist die Wirkung der Schatten: Sie treten zunächst als scheinbar eigenständige, immaterielle Elemente in Erscheinung und entziehen sich einer unmittelbaren Lesbarkeit. Erst durch eine bewusste Analyse wird ihre Herkunft als Projektion der realen Struktur nachvollziehbar. Diese Irritation der Wahrnehmung lässt sich inhaltlich mit den inneren und äußeren Spannungen von Beziehungen verknüpfen, die oft nicht direkt sichtbar sind, sondern sich erst im Prozess der Reflexion erschließen.

Die Überlagerung von schwarzem Band und dessen Schatten erzeugt ein komplexes visuelles Gefüge, das anfänglich diffus wirkt und sich erst schrittweise ordnet. Dieser Prozess der Klärung kann als Analogie zu emotionalen und zwischenmenschlichen Erfahrungsräumen verstanden werden, in denen Spannungen zunächst irritierend erscheinen, letztlich jedoch Orientierung und Entwicklung ermöglichen.

Die Arbeit macht damit physische Spannung nicht nur sichtbar, sondern überführt sie in eine sinnlich erfahrbare Metapher für die im Ausstellungskontext verhandelten Beziehungsdynamiken.

Eröffnung: 05. Dezember 2024 um 19 Uhr
Finissage: 12. Januar 2025 von 11-16 Uhr

Öffnungszeiten:
Samstag - Dienstag, 18-21 Uhr und nach Absprache

Xpon-Art Gallery
Repsoldstr. 45
20097 hamburg

www.xpon-art.de

Teilnehmende KünsterInnen:
Heejung Choi, Jacqueline Christiansen, Johannes Huinink, Lorena Rode, Michael Perlbach, Michael Wilke, Monika Hahn, Steffen Gehrdau, Stilla Seis, Tate Kwan, Tim Kubach, Uzma Sultan, Vasso Tzouti

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